Aus der Vereinschronik:
Bereits im Jahre 1950 schlossen sich die zahlreichen Sandhäuser Freizeitclubs zu einer Keglervereinigung zusammen, die man als Vorgänger der KVS bezeichnen kann. An den jährlichen Ortsmeisterschaften in den Gaststätten nahmen teilweise über 200 Kegler teil. Dieser lockere Zusammenschluß hielt aber nicht lange. Mit der Verbreitung moderner Kegelbahnen mit Stellautomaten entstand das Sportkegeln, das viele Aktiven nach Heidelberg, später nach Walldorf lockte.
Um auch in Sandhausen die Voraussetzungen für diesen Sport zu schaffen, mußte man sich im Ort wieder organisieren. Im Frühjahr 1972 nahmen Sandhäuser Kegler Kontakt mit dem Badischen Keglerverband auf und nach einigen vorbereitenden Treffen kam es am 25.Mai 1972 zur Gründungsversammlung in der Gaststätte 'Fauler Pelz'.
1974 wurde die 10-Bahnanlage in der Hardtwaldhalle eingeweiht. Der Verein hatte sich unter seinem ersten Vorsitzenden Kurt Kröncke inzwischen stark vergrößert, er bestand nun aus sieben Clubs und über hundert Mitgliedern. Sportliche Erfolge ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten: innerhalb von vier Jahren erreichte die Vereinsmannschaft die höchste Spielklasse und wurde 1977 deutscher Vizemeister.
Danach wurde die Bundesliga für Clubmannschaften eingeführt und es begann die große Zeit von Rot Weiss Sandhausen mit mehrfachen deutschen Meister- und Vizemeistertiteln und dem dreimaligen Gewinn des Europapokals. Die Vereinsmannschaften spielten fortan um den deutschen Vereinspokal, den die Mannschaft der KVS gleich im zweiten Jahr 1980 holte.
Dieser Höhenflug förderte auch die weitere Entwicklung des Vereins. 1982 verzeichnete man zehn Clubs mit rund 300 Mitgliedern. Das zehnjährige Bestehen in diesem Jahr wurde mit einem großen Pokalturnier und einem Festbankett gefeiert. Hier konnten der Vorsitzende Herbert Filsinger und Bürgermeister Erich Bertsch in ihren Ansprachen auf eine einmalige Erfolgsgeschichte blicken.
Anfang der 80er Jahre erreichte der technische Fortschritt erneut den Kegelsport. Elektronik und Schreibautomaten erleichterten den Wettkampf-Alltag und der Kunststoff-Belag begann sich auf den Bahnen durchzusetzen. In Sandhausen war es im Frühjahr 1985 soweit: viele Freiwillige rückten dem Asphalt zu Leibe. Zur Einweihung der neuen Bahnen konnte der Vorsitzende Richard Pelikan dem Publikum ein besonderes Ereignis präsentieren: ein Turnier der Einzelweltmeister der vergangen Jahre.
Mit den Auftritten von Rot Weiß bei internationalen Wettbewerben hatten sich viele Kontakte zu osteuropäischen Vereinen gebildet, die auch zu einigen Begegnungen führten. Eine besondere Freundschaft verbindet Rot-Weiss Sandhausen mit Grmoscica Zagreb.
Im Laufe der nächsten Jahre sollte der Ruf Sandhausens als Keglerhochburg erneut unterstrichen werden. In der Bundesliga konnte Rot Weiss an die früheren Erfolge anknüpfen und neue Maßstäbe setzen: 1989 und 1991 folgten zwei weiter Meistertitel und der Gewinn des ersten Weltpokals. In Zusammenarbeit mit den anderen Clubs wurde das jährliche Hardtwald-Pokalturnier zu dem was es heute ist: größtes Kegelturnier Deutschlands.
Der politische Umbruch in Osteuropa, insbesondere der Krieg im ehemaligen Jugoslawien, beeinträchtigte die Pflege der Kontakte über die Grenzen. Vergesseen wurden sie allerdings nicht: Im Winter 1991/92 startete man in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sandhausen eine Hilfsaktion zugunsten der kroatischen Freunde; Heini Abel und Peter Köhler übernahmen den Transport der gespendeten Hilfsgüter nach Zagreb.
Im Juli 1995 mußte die KVS von Heini Abel Abschied nehmen. Als Sportwart des Vereins in den Anfangsjahren und als langjähriger Vorstand von Rot Weiss hat er wie kein anderer die Geschichte des Vereins geprägt und im gesamten deutschen Kegelssport immer wieder Akzente gesetzt.
1997 feierte man dann das 25 jährige Bestehen der Kv Sandhausen mit einem großen Kegelturnier an dem zahlreiche Kegelclubs der Weltspitze teilnahmen. Auch Grmoscica Zagreb folgte unserer Einladung und machte das Turnier zu einem internationalen Vergleich der wohl besten Vereinsmannschaften der Welt.
Ab der Spielzeit 97/98 schloß sich der Damenkegelclub Blau Weiß Walldorf unserer KV an. In der darauffolgenden Spielzeit änderte man den Clubnamen in Olympia 98 Sandhausen. 1999 zählt nun die KV Sandhausen 8 Clubmannschaften.
Am 13.06.1999 wurde unsere Senioren A Mannschaft Deutscher Vereinsmeister mit 2748 Holz, was zugleich einen neuen Deutschen Rekord darstellte.